MC Fessler Mühle auf Eröffnungstour

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Motorraderöffnungstour des Sersheimer MC Fessler Mühle bei herrlichem Kaiserwetter auf den Einkorn, für SWR-Fernsehen interviewt und Kultur mit dem Talheimkrimi.

Road Captain Jochen Blesing hatte zur Eröffnung der diesjährigen Motorradsaison des MC Fessler Mühle am vergangenen Sonntag mit dem Einkorn in Schwäbisch Hall ein passendes Ziel ausgesucht. Seit 46 Jahren gibt es den Sersheimer MC, der ursprünglich von ein paar „jungen Wilden“ mit ihren Kreidlern, Zündapp und Herkules als Wild Tigers gegründet wurde und dann vor vielen Jahren in den MC Fessler Mühle überging. Von Sersheim aus ging es durch Wald und Flur über enge wenig befahrene Straßen durch das Hohenloher Land direkt auf den 510 Meter hohen Einkorn. Dort gab es von Ebbse, ebenfalls Mitglied , Chef von Weelies und wohnhaft in Schwäbisch Hall, eine kleine Einweisung. Der Einkorn gehört zu den Limburger Bergen, 1482 gab es eine Kapelle auf dem Einkorn, zweihundert Jahre später wird die Wallfahrtskirche geweiht bis 1814 der Blitz einschlägt und das Ganze zerstört. Heute lädt ein Aussichtsturm, der noch alte Teile aufzeigt, zu einem Rundblick übers Land ein und die Gaststätte Einkorn mit ihrem Biergarten zu verweilen. Dann auf der Rückfahrt der Schreck : Polizeikontrolle mit hohem Aufgebot wurden in Neulautern alle Motorradfahrer angehalten, so dass sich lange Schlangen bildeten. Die Ordnungshüter hatten es auf Umbauten und Lautstärke abgesehen und jeden kontrolliert. Auch dabei war ein Team vom SWR-Fernsehen und prompt wurde Jochen Blessing als Tourenleiter interviewt und musste Rede und Antwort stehen, was dann auch tatsächlich gesendet wurde. “ Bei Euch brauchen wir nicht lange“, sagte der leitende Beamte zu Motorradclub Präsident Wolfgang Fessler, das sehe ich jetzt schon, dass das alles Originale sind. Weiter ging es nach Talheim auf den Pfädleshof mit einer Besonderheit: Tatort Talheim verbirgt sich dort, denn der Pfädleshof ist nicht nur ein landwirtschaftliches Anwesen mit Weinbau und Brennerei, sondern unter und rund um ihn verbirgt sich ein grausiges Geschehen. Erschlagen mit Flachhacken und Keilen, von hinten: Die Opfer konnten kaum Gegenwehr leisten. Wahllos in eine Grube geworfen und verscharrt – nach über 7.000 Jahren werden sie gefunden: 34 Männer, Frauen und Kinder. Als im März 1983 Erhard Schoch neben seinem Haus das Frühbeet tiefer legen will, stößt er auf Knochen. Als er einen Schädel freilegt, meldet er den Fund sofort dem damaligen Bürgermeister Apprich. Der verständigt die Behörden. Bald weiß man, dass es sich um einen Fund aus der Jungsteinzeit handelt. Warum es geschehen ist weiß man nicht, aber das Talheimer Massengrab ist eine Sensation und unter Fachleuten weltbekannt. Nachdem Eberhard Schoch die grausige Geschichte persönlich erzählte ging es zurück nach Sersheim zum alkoholfreien Feierabendbier im Mühlenhof der Unteren Mühle.