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Faszination Mühle lockte wieder Menschenmassen nach Sersheim in die Fessler Mühle

Sie waren die Vorreiter der Industrialisierung, gehören zu den ältesten Gewerken und nützten schon früh Wind und Wasser. Noch heute fasziniert die Menschen die alten Mühlen im Land. Viele von ihnen gibt es nicht mehr, von einst in den 50er Jahren in Baden-Württemberg knapp dreitausend Mühlen sind heute noch ca. einhundertsechzig übrig geblieben. Davon mahlen noch die Hälfte, das meiste Getreide vermahlen die Großmühlen im Land. Ganz in der Nähe der Fessler Mühle sitzt eine der größeren Mühlen, diese vermahlt an einem Tag fasst das dreifache wie die Fessler Mühle in einem Jahr. Der Landkreis Ludwigsburg zählt übrigens noch zu den bestbestückten Gebieten mit Mühlen im Land, in manchen Orten gibt es noch zwei oder sogar drei funktionierende Mühlen. Nun war am Pfingstmontag wieder Deutscher Mühlentag und auch in die Sersheimer Fessler Mühle hatten die Müllersleute eingeladen. Sie ist eine Besonderheit unter den Mühlen, zum einen gehört sie zu den ältesten Mühlen im Land, zum anderen haben es Müller Wolfgang Fessler und seine Frau Gerlinde mit viel Innovation verstanden dem seit den 60er Jahren stattfindenden Mühlensterben zu trotzen. Fragt man die Besucher, so antworten sie immer wieder, das Portfolio dieser Mühle mit der Verknüpfung von alter Tradition und ganz modernen Dienstleistungen ist genial und sicher einzigartig unter den Mühlen. Viele kommen am Mühlentag auch um die alte ursprüngliche Rückschüttmühle, mit der die Fesslers heute noch ihr Getreide vermahlen, zu bestaunen. Viele davon gibt es heute nicht mehr, längst schon ist die moderne Technik oft computergesteuert in die Müllerei eingezogen. Drei Generationen Müller sind in der Sersheimer Mühle zuhause und selbst dem Senior Gerhard Fessler, der demnächst 96 Jahre alt wird, macht das Müllern immer noch Spaß. Er hat aber auch schon früh die Zeichen der Zeit erkannt und seinem Sohn Wolfgang rechtzeitig den Betrieb übergeben um Neues in und um die Mühle zu integrieren. Nun wird in Kürze die dritte Generation und der 10. Müller in Folge nämlich Sohn Tobias Fessler den Betrieb übernehmen. Auch er hat schon der alt ehrwürdigen Mühle mit der neuen Whisky- und Gindestillerie seinen Innovationsstempel aufgedrückt. Die Besucher konnten sich am Pfingstmontag in der Mühle und Bäckerei über Mehl, Müsli oder Brotbacken informieren, frisches Mühlenbrot mitnehmen , durch das Mühlenmuseum schlendern, in die Destillerie schauen und Destillate probieren, sich im Sportinstitut der Fessler Mühle über Prävention, Gesundheit und Ernährung informieren oder im Beutelkasten, der Kleinkunstbühne der Mühle, hausgemachte Dinkelbällchen probieren oder der Alpirsbacher Mönch philosophierte über Bier und Brauereien, auch eine Jahrhunderte alte Erfolgsgeschichte. Kinder fuhren auf dem Mühlenfahrrad, das sich nicht von der Stelle bewegte, aber Korn zu Vollkornmehl vermahlte und so mancher wollte von Wolfgang Fessler, ehemaliger Obermeister der Müllerinnung Region Stuttgart, vieles über Mühle und Müller wissen. Das kann er auch, erzählen von den quirrligen Einzelkämpfern , den Müllern, in ihren oft einsamen Gehöften außerhalb aller Stadtmauern und Ortschaften an den vielen Flüssen des Landes. Es gibt keinen Beruf, so Fessler, über den es so viele Lieder, Geschichten und Mythisches gibt wie über uns Müller. Lagen doch die Müller, die früher Tag und Nacht mahlen mussten, insbesonders wenn genügend Wasser für das Wasserrad zur Verfügung stand, ständig mit der